Mit dem warmen Wetter beginnt…

… die Erntezeit!  Mai-Triebe nennt man sie auch – die frisch gewachsenen Triebspitzen von Fichte und Tanne. Essen kann man sie,  schmecken tun sie und schön aussehen tun sie auch noch. Jetzt in diesem Monat wird die Ernte des gesamten Jahres „eingefahren“, da in wenigen Tagen die Triebspitzen immer dunkelgrüner werden und immer härter werden. Die Fichtenspitzen pieksen dann wie Nadeln und wir mögen sie nicht mehr essen.

Das Sammeln ist im Wald nur in kleinen Mengen erlaubt – das Gesetz spricht von Handstrauß-Größe. Am besten ist es da natürlich, eigenen Wald zu besitzen. Im übrigen bietet es sich an, an den Wegrändern stehenden jungen Bäumen zu ernten, d.h. von Bäumen, deren Standort vermuten lässt, dass sie in einer bestimmten Größe eh gefällt werden. Manch einer hat ja auch eine Fichte zuhause im eigenen Garten stehen.

Zwei Dinge sind ganz ganz wichtig:

– Niemals von Eiben ernten, da dieser Baum sehr giftig ist – es besteht Verwechslungsgefahr mit Tannennadeln und ein gute Handvoll kann tödlich wirken !!!

– Niemals den Gipfel- oder Kapitaltrieb ernten. Das ist der oberste Trieb in der Mitte, quasi der neue Stamm. In dieser Triebspitze sitzt eine „genetische Steuerung“, die dem Baum seinen Bauplan übermittelt, nämlich der Kapitaltrieb ist der Stamm und wächst senkrecht nach oben und die Seitentriebe werden die Äste des Baumes und wachsen waagerecht – monokormisches Wachstum. Wird der Kapitaltrieb entfernt, gerät die Steuerung durcheinander, d.h. die Äste richten sich auf, konkurrieren um den frei gewordenen Platz des Leittriebes – wollen quasi Chef des Baumes werden – so entstehen Zwillings- und Drillingsbäume… (hoffentlich hat das kein Forstwissenschaftler gelesen..). –> Also wenn es ein schön gewachsener Weihnachtsbaum werden soll: Finger weg  vom Leittrieb!

Aber kommen wir zurück zu den geernteten Fichtenspitzen. Kochen tun wir bei uns im Rosengarten daraus Saucen zu Wild, machen Eis zum Dessert und mit Zucker und Wasser kann man auch einen Honigersatz herstellen.

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